Donnerstag, 2. Oktober 2014

29 Sieptembre

Auf der Wiese des Arteria-Gelaendes versuche ich gerade etwas Schlaf nachzuholen. Heute Nacht habe ich hier genaechtigt, da der Gastvater von Soe und Wiebke im Krankenhaus war, die Familie mit und ich den beiden aufgeregten Gemuetern noch bis 4 Gesellschaft leistete.
Da das Tor des Hauses abgeschlossen war, musste ich beim Gehen ueber die Mauer klettern und ein vorbeifahrendes Auto stoppte. SIe hielten mich wahrscheinlich fuer einen Einbrecher nach erfolgreichem Raubzug (ich trug einen gefuellten Raeuberbeutel auf dem Ruecken), aber der Anblick der Zebradecke ueber meiner Schulter liess sie dann wahrscheinlich weiterfahren.
Die Sternenklare Nacht war erfuellt von Hundegebell, Hahngekikiriki und menschenaehnlichem atzengeschrei, also bewaffnete ich mich vorsichtshalber mit Stock und Stein und zog los durch die engen und duesteren Gaesslein.
Des selbigen Abends besuchten wir zuvor die Feria Expokruz, eine riesige Messe auf der so ziemlich alle Sachen angeboten wurden. Das ANgebot reichte von Autos ueber Essen, lebende Tiere und Kunstausstellungen.
Die Anzahl der Menschenmassen, Gerueche und Eindruecke war erschlagend und ueberfordernd zugleich. Es herrschte eine generell konsumankurbelnde Stimmung, es wurden Gegenstaende in kreischende Menschenhaeufen geworfen, ueberall hing grosse, aber einfallslose Werbung auf, die dazu aufforderte alte Sachen wegzuschmeissen und sich bessere, neuere Dinge zu kaufen.
Also doch auch schon hier angekommen.
Jedenfalls war ich dort um meinen Arbeits- und Trinkkumpanen Victor und seine Zirkusgruppe zu besuchen und mir ihre Auffuehrung anzuschauen. Da Wiebke ( ein blondes, deutsches Maedchen) gestern von einem Typen, der dort rbeitet, angequatscht wurde, mussten wir den enormen Eintritt fuer die Feria nicht bezahlen.
Die Zirkusvorstellung war dann so ziemlich eine der faszinierensten Sachen, die ich je miterleben durfte. Gebannt von der Koerperbeherrschung der Akrobaten, die auf Zweimetereinraedern fahrend mit einem rotierenden Ball auf dem Kopf mit Macheten jonglierten z.B, vergass ich alles um mich herum und bin mir immernoch nicht sicher, ob die Vorstellung 20 Miunten oder 2 Stunden andauerte. Auf jeden Fall war es das erste Mal seit langer Zeit, dass ich wirklich abgeschaltet habe.
Mir erschloss sich auch ploetzlich, was man die Akrobaten auf dem Gelaende von Arterias ueben sehen hat, da ich ein Viertel der Besatzung schon bei Arterias Teile der Koeografien praktizieren sehen habe.
Das einzige nicht so fabelhafte daran war, dass der Entertainer vor beginn der Show ein paar Leute interviewte, unter anderm halt auch mich. Ich konnte gerade so noch meinen Namen und meine herkunft nennen, auf die naechsten Fragen antwortete ich dann immer nur mit si und claro.
Als er mich dann fragte, ob ich haesslich sein konnte ich eloquent mit "no, tu" kontern, zum vergnuegen der quiekenden Kinder. (Soviel zum Thema Spanisch)
Dannach ging es weiter zu einem anderen von Arterias, der mir erzaehlt hatte, er sei Koch.
Koch dachte ich mir so, GVO-maessig, also eher unentspannt.
In seiner "Kueche" angekommen fanden wir ihn dann bei psychadelischer Unterwasserweltmusik vor einer Glasscheibe sitzend vor, deren Stuetzen aus Salzkristallen bestand.
Er trug dazu traditionelle Kleidung und bereitete mit unendlich ruhigen, religioes wirkenden Bewegungen ein Mahl in Mustern gelegt zu. Die Bewegungen verflossen mit der Musik und hypnotisierenden Atmosphaere.
Es war eher eine Kunstvorstellung als Kochen, schmeckte aber gut.
Dannach begutachteten wir noch auf einem Tiermarkt tonnenschwere Kuehe, aber auch heilige Pferde, Fische und Alligatoren bis dann Soe besorgt anrief und den Rest der Nacht schilderte ich ja schon...


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