Auf der Wiese des Arteria-Gelaendes versuche ich gerade etwas Schlaf nachzuholen. Heute Nacht habe ich hier genaechtigt, da der Gastvater von Soe und Wiebke im Krankenhaus war, die Familie mit und ich den beiden aufgeregten Gemuetern noch bis 4 Gesellschaft leistete.
Da das Tor des Hauses abgeschlossen war, musste ich beim Gehen ueber die Mauer klettern und ein vorbeifahrendes Auto stoppte. SIe hielten mich wahrscheinlich fuer einen Einbrecher nach erfolgreichem Raubzug (ich trug einen gefuellten Raeuberbeutel auf dem Ruecken), aber der Anblick der Zebradecke ueber meiner Schulter liess sie dann wahrscheinlich weiterfahren.
Die Sternenklare Nacht war erfuellt von Hundegebell, Hahngekikiriki und menschenaehnlichem atzengeschrei, also bewaffnete ich mich vorsichtshalber mit Stock und Stein und zog los durch die engen und duesteren Gaesslein.
Des selbigen Abends besuchten wir zuvor die Feria Expokruz, eine riesige Messe auf der so ziemlich alle Sachen angeboten wurden. Das ANgebot reichte von Autos ueber Essen, lebende Tiere und Kunstausstellungen.
Die Anzahl der Menschenmassen, Gerueche und Eindruecke war erschlagend und ueberfordernd zugleich. Es herrschte eine generell konsumankurbelnde Stimmung, es wurden Gegenstaende in kreischende Menschenhaeufen geworfen, ueberall hing grosse, aber einfallslose Werbung auf, die dazu aufforderte alte Sachen wegzuschmeissen und sich bessere, neuere Dinge zu kaufen.
Also doch auch schon hier angekommen.
Jedenfalls war ich dort um meinen Arbeits- und Trinkkumpanen Victor und seine Zirkusgruppe zu besuchen und mir ihre Auffuehrung anzuschauen. Da Wiebke ( ein blondes, deutsches Maedchen) gestern von einem Typen, der dort rbeitet, angequatscht wurde, mussten wir den enormen Eintritt fuer die Feria nicht bezahlen.
Die Zirkusvorstellung war dann so ziemlich eine der faszinierensten Sachen, die ich je miterleben durfte. Gebannt von der Koerperbeherrschung der Akrobaten, die auf Zweimetereinraedern fahrend mit einem rotierenden Ball auf dem Kopf mit Macheten jonglierten z.B, vergass ich alles um mich herum und bin mir immernoch nicht sicher, ob die Vorstellung 20 Miunten oder 2 Stunden andauerte. Auf jeden Fall war es das erste Mal seit langer Zeit, dass ich wirklich abgeschaltet habe.
Mir erschloss sich auch ploetzlich, was man die Akrobaten auf dem Gelaende von Arterias ueben sehen hat, da ich ein Viertel der Besatzung schon bei Arterias Teile der Koeografien praktizieren sehen habe.
Das einzige nicht so fabelhafte daran war, dass der Entertainer vor beginn der Show ein paar Leute interviewte, unter anderm halt auch mich. Ich konnte gerade so noch meinen Namen und meine herkunft nennen, auf die naechsten Fragen antwortete ich dann immer nur mit si und claro.
Als er mich dann fragte, ob ich haesslich sein konnte ich eloquent mit "no, tu" kontern, zum vergnuegen der quiekenden Kinder. (Soviel zum Thema Spanisch)
Dannach ging es weiter zu einem anderen von Arterias, der mir erzaehlt hatte, er sei Koch.
Koch dachte ich mir so, GVO-maessig, also eher unentspannt.
In seiner "Kueche" angekommen fanden wir ihn dann bei psychadelischer Unterwasserweltmusik vor einer Glasscheibe sitzend vor, deren Stuetzen aus Salzkristallen bestand.
Er trug dazu traditionelle Kleidung und bereitete mit unendlich ruhigen, religioes wirkenden Bewegungen ein Mahl in Mustern gelegt zu. Die Bewegungen verflossen mit der Musik und hypnotisierenden Atmosphaere.
Es war eher eine Kunstvorstellung als Kochen, schmeckte aber gut.
Dannach begutachteten wir noch auf einem Tiermarkt tonnenschwere Kuehe, aber auch heilige Pferde, Fische und Alligatoren bis dann Soe besorgt anrief und den Rest der Nacht schilderte ich ja schon...
Boliva
Donnerstag, 2. Oktober 2014
Mittwoch, 24. September 2014
25 Sieptembre
Habe heute Adolfo etwas geholfen den ersten Starbucks in Bolivien mit Kaffeesorten zu verzieren. Anstehend in den naechsten Tagen ist Besprayen eines Kindergartens, wofuer ich die Skizze entwerfen darf, muss.
Dannach waren wir essen, es gab koestliches Krokodil, und da es irgendwie sehr heiss ist, habe ich 2 Liter Wasser innerhalb von 15 Minuten getrunken und auch einen Liter Chicha (ein Maisgetraenk) in das ich mir etwas Mandarinenzitrone (eine orangene Zitrone) beigemischt habe.
Es war so delizioes, dass ich mir vorstellen kann, es als Marktgetraenk in Deutschalnd einzufuehren.
Unter meine Mueckenstiche mischen sich grade auch einige Flohstiche, vielleicht sollte ich mal duschen...
Dannach waren wir essen, es gab koestliches Krokodil, und da es irgendwie sehr heiss ist, habe ich 2 Liter Wasser innerhalb von 15 Minuten getrunken und auch einen Liter Chicha (ein Maisgetraenk) in das ich mir etwas Mandarinenzitrone (eine orangene Zitrone) beigemischt habe.
Es war so delizioes, dass ich mir vorstellen kann, es als Marktgetraenk in Deutschalnd einzufuehren.
Unter meine Mueckenstiche mischen sich grade auch einige Flohstiche, vielleicht sollte ich mal duschen...
23 Sieptembre
Gerade sizten wir wieder in gemuetlicher Runde von 10 bei
einer Reuinion zusammen. Diese finden so ca alle zwei Wochen statt und
relevantes Anstehendes wird besprochen. Kunstkurse, Feste ( wovon wir in
naechster Zeit viele haben), Pprojekte und Organisatorisches. Die meisten Punkte
sind jedoch eher irrelevant und viel freudiges Diskutieren um nichts, wo ich
dann eh nicht mehr mitkomme. Kathi stopft gerade die morgens von mir
gepflueckten Guapuru (eine mehrkernige Obssorte, die direkt am Stamm waechst)
in sich hinein und drei Leute zeichnen vor sich hin, waehrend ich mal wieder
Tagebuch fuehre. Heute habe ich mir wieder mal 200 Bolivianos von Cazim, dem
Sohn von Magaly, geliehen, damit ich die naechsten Tage essen und trinken kann.
Im Anhang ist die Geschichte von mir und ein wenig Bankproblemen geschildert.
Jedenfalls kam ich hier bis jetzt nicht an Geld und schulde ein paar Menschen und
Institutionen, deren genau Anzahl ich hier nciht nennen will insgesamt einen
Betrag, den ich hier ebenfalls nicht nennen will. In Ottos Haus angekommen
fanden wir erstmal die bruetende Henne mit 11 kleinen Kueken. Auf dem ca. 1,50m
hohen Fensterbrett, von dem die Kueken logischerweise nicht runterkamen. Wir
halfen ihnen dabei dann etwas und jetzt tollen sie froh und anhaenglich an
ihrer Mutter klebend im Garten herum. Adolfo kam dann auch noch um das
Tajiboholz zu begutachten mit dem wir diese Woche ein Regal fuer
Lagerungszwecke bei Arterias bauen wollen. Wenn mir die Farbe des Holzes
gefaellt, werde ich meines aus ebenjenem Holz bauen. Nach dem heutigen Cursus
di Titeri bei dem die Kinder anfingen ihre Figuren zu bemalen, probierten
Marvin und ich an zwei Testkindern aus Gipsmasken zu machen. Es hat geklappt
und fuer sie sogar ohne Schmerzen geklappt. Auf jedenfall freuen sie sich sehr
ueber die Masken for free. Und huepfen gerade mit Ihnen vor der Tuer herum. Am
Donnerstg faengt dann unser Kurs an und ich bin relativ zuversichtlich, dass
viele Kinder erscheinen werden. Ich hoffe bloss nicht zu viele, so dass es mit
der Kommunikation und Zeit keine Schwierigkeiten gibt.
Anhang zu den Bankproblemen, die eh uninteressant sind, aber irgendwie doch lsutig
Wo soll ich anfangen. Die PIN fuer meine Girokarte habe ich und der Berater der Berliner Sparkasse versicherte mir, dass es damit moeglich sei, im Ausland an Kassen zu bezahlen und auch Geld mit Gebuehr abzuheben. Ging natuerlich nicht (wegen V-Pay). Geld auf meine Kreditkarte ueberweisen waere ja schoen und gut, aber da die Belriner Sparkasse das gute alte TAN-Verfahren abgeschafft hat und ich nurnoch via SMS-TAN Transaktionen taetigen kann, musste ich also mein Deutsches Handy hervorkramen und herausfinden, dass es kaputt ist. Die deutsche Karte passt natuerlich nciht in meine bolivianisches Handy, also probierte ich es von dem eines Freundes, kein Empfang. Daraufhin wurde mein Konto wegen 6 nicht angekommener TANS gesperrt und natuerlich kann man es nur telefonisch Regeln, aber durch die besetzten Leitungen kommt man ja nicht durch und teuer ist es von hier aus auch, aber an Geld komme ich ja nichht ran. Also hat sich Mama um das Entsperren des kontos gekuemmert, was natuerlich auch eine unterschreibene und eingescannte vollmacht meinerseits bedurfte. In Bolivien gibt es leider nicht an jeder Ecke einen Copyshop und auch Scanner sind hier nicht Alltag. Nachdem es jetzt wieder freigeschaltet ist, ist die Ueberweisung seit 5 Tagen getaetigt, aber noch cniht angekommen. Wenn alles so laeuft wie zuvor gebe ich wahrscheinlich sobald das Geld auf der Karte ist, die PIN drei mal falsch ein, da sie spontan wegen zu vieler Geldabhebungsversuche geaendert wurde...
Anhang zu den Bankproblemen, die eh uninteressant sind, aber irgendwie doch lsutig
Wo soll ich anfangen. Die PIN fuer meine Girokarte habe ich und der Berater der Berliner Sparkasse versicherte mir, dass es damit moeglich sei, im Ausland an Kassen zu bezahlen und auch Geld mit Gebuehr abzuheben. Ging natuerlich nicht (wegen V-Pay). Geld auf meine Kreditkarte ueberweisen waere ja schoen und gut, aber da die Belriner Sparkasse das gute alte TAN-Verfahren abgeschafft hat und ich nurnoch via SMS-TAN Transaktionen taetigen kann, musste ich also mein Deutsches Handy hervorkramen und herausfinden, dass es kaputt ist. Die deutsche Karte passt natuerlich nciht in meine bolivianisches Handy, also probierte ich es von dem eines Freundes, kein Empfang. Daraufhin wurde mein Konto wegen 6 nicht angekommener TANS gesperrt und natuerlich kann man es nur telefonisch Regeln, aber durch die besetzten Leitungen kommt man ja nicht durch und teuer ist es von hier aus auch, aber an Geld komme ich ja nichht ran. Also hat sich Mama um das Entsperren des kontos gekuemmert, was natuerlich auch eine unterschreibene und eingescannte vollmacht meinerseits bedurfte. In Bolivien gibt es leider nicht an jeder Ecke einen Copyshop und auch Scanner sind hier nicht Alltag. Nachdem es jetzt wieder freigeschaltet ist, ist die Ueberweisung seit 5 Tagen getaetigt, aber noch cniht angekommen. Wenn alles so laeuft wie zuvor gebe ich wahrscheinlich sobald das Geld auf der Karte ist, die PIN drei mal falsch ein, da sie spontan wegen zu vieler Geldabhebungsversuche geaendert wurde...
18 Sieptembre
Ich war die letzten Tage dann doch mal beim Arzt und hatte wirklich Thyphus, aber es wurde rechtzeitig erkannt, im ersten Stadium des Thyphusfibers. Das erklaert auch meine Magenprobleme.
Aber es war schoen mal ein paar Tage ruhig in der Gastfamlilie zu verbringen und alle Eindruecke zu verarbeiten.
Ich wurde sehr suess umsorgt und es war immer Suppe da.
Habe mich erstaunlich schnell wieder erholt (dank Wunderantibiotika) und konnte somit auch wieder schnell arbeiten und die letzten Tage halt wirklich mal richtig arbeiten
Gerade sitze ich in der prallen Sonne vor der 30 Meter langen Mauer, die wir die letzten Tage besprayten. Die Wand ist gefuellt mit farbenfrohen Symbolen der Camba, der ansaessigen Bevoelkerungsgruppe Santa Cruzes und wirkt sehr lebendig. Ich habe gerade noch 4 Bolivianos, da mein Konto gesperrt ist. Ich habe zu haeufig versucht Geld mit einer V-Pay-Karte abzuheben. Es handelt sich hierbei um die neuste und sicherste Chiptechnologie, nur leider sind die Bankautomaten hier alles andere als neu. Nach Recherche liess sich feststellen, dass diese nur in einigen wenigen Laendern Europas vorhnden sind. Danke Beratung der Berliner-Sparkasse. Das Gute ist, dass man sich hier in Bolivien dafuer ein Ei, Brot, Zwiebeln und Tomaten kaufen kann. Ein Festschmaus also.
Aber es war schoen mal ein paar Tage ruhig in der Gastfamlilie zu verbringen und alle Eindruecke zu verarbeiten.
Ich wurde sehr suess umsorgt und es war immer Suppe da.
Habe mich erstaunlich schnell wieder erholt (dank Wunderantibiotika) und konnte somit auch wieder schnell arbeiten und die letzten Tage halt wirklich mal richtig arbeiten
Gerade sitze ich in der prallen Sonne vor der 30 Meter langen Mauer, die wir die letzten Tage besprayten. Die Wand ist gefuellt mit farbenfrohen Symbolen der Camba, der ansaessigen Bevoelkerungsgruppe Santa Cruzes und wirkt sehr lebendig. Ich habe gerade noch 4 Bolivianos, da mein Konto gesperrt ist. Ich habe zu haeufig versucht Geld mit einer V-Pay-Karte abzuheben. Es handelt sich hierbei um die neuste und sicherste Chiptechnologie, nur leider sind die Bankautomaten hier alles andere als neu. Nach Recherche liess sich feststellen, dass diese nur in einigen wenigen Laendern Europas vorhnden sind. Danke Beratung der Berliner-Sparkasse. Das Gute ist, dass man sich hier in Bolivien dafuer ein Ei, Brot, Zwiebeln und Tomaten kaufen kann. Ein Festschmaus also.
12 Septiembre - Gefaengnisspecial
Okay ich wollte heute ausfuehrlichst ueber vieles berichten und hatte auch sehr viele Ansaetze fuer kleine Anektdoten im Kopf, aber gerade wird alles von den Ereignissen dieser Nacht verdraengt.
Nach einem verkaterten, aber sehr lustigen Arbeitstag an einer Wand, die wir mit einheimischen Camba (die in Santa Cruz am meisten vertretene Bevoelkerungsgruppe) Symbolen bemalten und bespruehten, fand ich mich abends auf einer Kunstaustellung, auf der ich erstaunlich viele Leute kannte auch den Hauptaustellenden (sehr interessante, kadinskyaehnlich-abstrakte aquarelkompositionen). Entweder durch Arterias oder andere zufaellige Bekanntschaften, die vil mit Bier zu tun haben. Es handelt sich vorallem um Kuenstler und Fotografen, aber auch Architekten und irgendwie schon die obere Gesellschaftsschicht.
Nach interessanten Impressionen gignen wir dann etwas Trinken. Als ich die Bar wechseln wollten zu den Leuten von Arterias und den Deutschen, sah ich eine Gruppe gefaehrlich aussehender Jugendlicher in Hiphopkleidung, die rappten und mich provozierend anschauten. Wie so ueblich gessellte ich mich zu ihnen und rapte ein wenig mit (ich lade meinen Ballermann - an dieser Stelle danke ich Toni), der Rest war nciht so eloquent und im Takt bestimmt auch nicht, aber ich hoffe es klang wenigstens Ausdrucksstark.
Als wir auf Arterias zu sprechen kamen offenbarten sie mir, das sie alle als Graffiteros taetig waren und gemeinsame Freunde haetten. Als wir dann zum Thema Legalitat der Graffitis kamen, bog auch schon die Polizei um die Ecke und hielt an. Kein Wunder bei deren Outfits... Ob verzweifelter Versuche, mich aus der Sache rauszuhalten (ich passte wirklich nciht in die Gruppe der abgeranzten Hiphopkleidungtragender Jugendlicher), durfte ich mich mit aucf die Bank quetschen und war irgendwie verhaftet. Da die Gruppe eine Flasche Vodka leerte, was hier oeffentlich verboten ist, war ich irgendwie verhaftet und dezent verwirrt. Waehrend der Fahrt wandelte sich die Stimmung von angespannt-aengstlich in heiter-angetrrunken und sie untrhielten sich sogar mit den Polizisten ueber Rap. In der Station angekommenwurden wir jedoch unfreundlich ueber das Verbot von Alkoholkonsum in der Oeffentlichkeit belehrt und jeder durfte mal aus dem Gesetzbuch den Artikel vorlesen, wobeizwei der Jungen klaeglich an den vielen Buchstaben scheiterten. Dannach wurden wir dann in eine nach Faekalien stinkende Zelle wortwoertlich geschoben. Da sich jedoch schon 3 andere, anscheinend auf Drogen seinede, vernarbte Gestalten (sie sahen so aus, als haben sie die Halefte ihres Lebens in diesem Loch verbracht) in der Zelle befanden, fand ich die Situation garnichtmehr so lustig, vorallem da ich nicht wusste, wie lang ich jetzt da sein wuerde und wollte anfangen um meine Freilassung zu verhandeln. Die anderen Jugendlichen hielten mich zurueck. Mit dem Argument, wir seien mehr Personen falls es zu Auseinandersetzungen kommen sollte und dass wir eine Stunde warten sollen, da die Polizisten nur auf ein hohen Betrag hofften.
Die naechsten zwei Stunden wurde dann abwechselnd in die Ecke gepisst und wir bemalten dann die Waende, so dass zwischen den Beleidigungen und Drohungen gegen Polizisten jetzt auch ein paar brauchbare Zeichnungen zu finden sind. Es wurden natuerlich auch Gefaengnissselfies gemacht und die Situation schien niemandem wirklich sehr unangenehm.
Nach zwei Stunden und etwas Verhandeln erkauften wir uns dann die Freiheit fuer umgerechnet 5 Euro pro Person und wurden in die Nacht entlassen. Auf dem Weg zurueck kauften die anderen sich erstmal ein Bier und tranken auf ihre wiedergewonnene Freiheit. Natuerlich auf der Strasse. Ich begnuegte mich mit einer Cola und machte mich auf den Weg zurueck zu meinen Freunden entlang der Ramada, einer Strasse voll von taumelnder und duesterer Gestalten, die keinen guten Ruf hat.
Nach einem verkaterten, aber sehr lustigen Arbeitstag an einer Wand, die wir mit einheimischen Camba (die in Santa Cruz am meisten vertretene Bevoelkerungsgruppe) Symbolen bemalten und bespruehten, fand ich mich abends auf einer Kunstaustellung, auf der ich erstaunlich viele Leute kannte auch den Hauptaustellenden (sehr interessante, kadinskyaehnlich-abstrakte aquarelkompositionen). Entweder durch Arterias oder andere zufaellige Bekanntschaften, die vil mit Bier zu tun haben. Es handelt sich vorallem um Kuenstler und Fotografen, aber auch Architekten und irgendwie schon die obere Gesellschaftsschicht.
Nach interessanten Impressionen gignen wir dann etwas Trinken. Als ich die Bar wechseln wollten zu den Leuten von Arterias und den Deutschen, sah ich eine Gruppe gefaehrlich aussehender Jugendlicher in Hiphopkleidung, die rappten und mich provozierend anschauten. Wie so ueblich gessellte ich mich zu ihnen und rapte ein wenig mit (ich lade meinen Ballermann - an dieser Stelle danke ich Toni), der Rest war nciht so eloquent und im Takt bestimmt auch nicht, aber ich hoffe es klang wenigstens Ausdrucksstark.
Als wir auf Arterias zu sprechen kamen offenbarten sie mir, das sie alle als Graffiteros taetig waren und gemeinsame Freunde haetten. Als wir dann zum Thema Legalitat der Graffitis kamen, bog auch schon die Polizei um die Ecke und hielt an. Kein Wunder bei deren Outfits... Ob verzweifelter Versuche, mich aus der Sache rauszuhalten (ich passte wirklich nciht in die Gruppe der abgeranzten Hiphopkleidungtragender Jugendlicher), durfte ich mich mit aucf die Bank quetschen und war irgendwie verhaftet. Da die Gruppe eine Flasche Vodka leerte, was hier oeffentlich verboten ist, war ich irgendwie verhaftet und dezent verwirrt. Waehrend der Fahrt wandelte sich die Stimmung von angespannt-aengstlich in heiter-angetrrunken und sie untrhielten sich sogar mit den Polizisten ueber Rap. In der Station angekommenwurden wir jedoch unfreundlich ueber das Verbot von Alkoholkonsum in der Oeffentlichkeit belehrt und jeder durfte mal aus dem Gesetzbuch den Artikel vorlesen, wobeizwei der Jungen klaeglich an den vielen Buchstaben scheiterten. Dannach wurden wir dann in eine nach Faekalien stinkende Zelle wortwoertlich geschoben. Da sich jedoch schon 3 andere, anscheinend auf Drogen seinede, vernarbte Gestalten (sie sahen so aus, als haben sie die Halefte ihres Lebens in diesem Loch verbracht) in der Zelle befanden, fand ich die Situation garnichtmehr so lustig, vorallem da ich nicht wusste, wie lang ich jetzt da sein wuerde und wollte anfangen um meine Freilassung zu verhandeln. Die anderen Jugendlichen hielten mich zurueck. Mit dem Argument, wir seien mehr Personen falls es zu Auseinandersetzungen kommen sollte und dass wir eine Stunde warten sollen, da die Polizisten nur auf ein hohen Betrag hofften.
Die naechsten zwei Stunden wurde dann abwechselnd in die Ecke gepisst und wir bemalten dann die Waende, so dass zwischen den Beleidigungen und Drohungen gegen Polizisten jetzt auch ein paar brauchbare Zeichnungen zu finden sind. Es wurden natuerlich auch Gefaengnissselfies gemacht und die Situation schien niemandem wirklich sehr unangenehm.
Nach zwei Stunden und etwas Verhandeln erkauften wir uns dann die Freiheit fuer umgerechnet 5 Euro pro Person und wurden in die Nacht entlassen. Auf dem Weg zurueck kauften die anderen sich erstmal ein Bier und tranken auf ihre wiedergewonnene Freiheit. Natuerlich auf der Strasse. Ich begnuegte mich mit einer Cola und machte mich auf den Weg zurueck zu meinen Freunden entlang der Ramada, einer Strasse voll von taumelnder und duesterer Gestalten, die keinen guten Ruf hat.
11 Sieptembre
Das mit dem Visa wurde natuerlich gestern nicht geklaert.
Dafuer hatten wir den Nachmittag frei und Marvin und ich sind mal raus aus der Stadt in einen botanischen Garten gefahren. Dieser ist unglaublich exotisch und neben Straussen, haben wir auch einen Leguan und Krokodile gesehen. Irgendwie haben wir es geschafft uns im botanischen Urwald zu verlaufen, aber dafuer haben wir haben schoene Federn, und Handflaechengrosse Schmetterlinge und eine Schlangenhaut gefunden.
Nach bei bruetender Hitze und ohne Wasser kamen wir dann auf die Idee Tarzan mit Lianen zu spielen. Marvina war Tarzan, ich war Jane.
Es macht wirklich Spass und man kann sich glaube ich wirklich ein Baumbett daraus basteln.
Dafuer hatten wir den Nachmittag frei und Marvin und ich sind mal raus aus der Stadt in einen botanischen Garten gefahren. Dieser ist unglaublich exotisch und neben Straussen, haben wir auch einen Leguan und Krokodile gesehen. Irgendwie haben wir es geschafft uns im botanischen Urwald zu verlaufen, aber dafuer haben wir haben schoene Federn, und Handflaechengrosse Schmetterlinge und eine Schlangenhaut gefunden.
Nach bei bruetender Hitze und ohne Wasser kamen wir dann auf die Idee Tarzan mit Lianen zu spielen. Marvina war Tarzan, ich war Jane.
Es macht wirklich Spass und man kann sich glaube ich wirklich ein Baumbett daraus basteln.
10 Sieptembre
Wie irgendwie jeden morgen sitzte ich wieder im holpernden Bus und meine so oder so nicht allzu leserliche Schrift mutiert zu unfoermigen Wellenlinien. Wie irgendwie jeden Morgen bin ich etwas zu spaet aufgestanden, aber jetzt auf dem Weg zur Migration, meiner Heimat in den letzten zwei Tagen. Gleich soll eigentlich mein letzter Termin stattfinden, so dass ich mein Visum bekomme. Allerdings wurde dieser auch schon vor zwei Tagen angesetzt, aber aufgrund diverer fehleintragungen der bolivianischen Behoerden (da Goertz ja nicht spanisch ist, war ich ploetzlich Cortez) und der Umstationierung einer Registrierungsstation, so dass man 5 Stunden anstehtauch wenn man eine Stunde vor Oeffnungszeit da ist sowie der Fakt, dass die Polizisten hier lieber die deutschen Maedchen nach ihrer Nummer fragen, anstatt ihren job zu machen, haben die Ausgabe verzoegert und mir die letzten Tage nicht wirklich versuesst. Haetten wir keinen Transmittator angeheuert, der Beziehungen hat und auch Schmiergelder fliessen laesst, waere ich mein Jahr wohl illegal in Bolivien verbracht.
Wie auch immer, die alten Freiwilligen sind jetzt weg, eine verplante Truppe, mit der man viel Spass haben konnte und an deren Leben ich in den letzten Tagen ziemlich viel teilhatte. Die neuen sind dann auch gestern angekommen und wirken erstmal so, als koennte man auch Spass mit ihnen haben.
Als wir sie abholten legte ich mcih aufgrund einstuendiger Verspaetung dihres Fluges und Verkatertseiens nochmal in einen leeren Bus vor dem Flughafengebauede schlafen. Der Busfahrer vergass allerdings, mich zu wecken und irgendwie habe ich dadurch die Ankunft etwas verpasst.
In den letzten Tagen war ich nciht so viel im Projekt, aber einige Kinder habe ich - und sie mich - jetzt schon ins Herz geschlossen. Kinder sind intuitiv dankbar fuer jede kleinste Aufmerksamkeit, die man ihnen schenkt.
Und ob meines gebrochenen Spanisches, begnuegen sie sich damit, wenn ich sie anlaechel und mit "si claro" antworte und ab und zu mit ihenen spiele. Mit Erwachsenen verhaelt es sich leider nicht so. Nicht immer.
Bei dem Puppentheaterkurs lassen sich lustigrweise schon in dem jungen Alter verschiedene Denk- und Ausdrucksweisen sowie Abweichungen im Grad der Kreativitaet der Kinder feststellen und laesst in einigen Faellen auch schon auf die spaetere Entwicklung schliessen. Man sieht auch deutlich welche Kinder mit viel Fernsehen um sich herum aufwachsen und die Fantasievorstellungen von sich als Prinzessin (ueberwiegend Maedchen) oder als Superheld(...) haben und welche doch noch einen etwas ausgepraegtere und interessantere Fantasie haben.
Besonder auffallend ist ein energiereiches Maedchen names Diana, die seitdem ich Loewe mit ihr gespielt habe, Jede Minute ca 5 mal Leon ruft und ca 5 mal um mich rumspringt und auch ihr Charakter ist ein blutruenstiger Loewe, an dem ich irgendwie mehr arbeite als sie, da sie immer um mich rumspringt.
Wie auch immer, die alten Freiwilligen sind jetzt weg, eine verplante Truppe, mit der man viel Spass haben konnte und an deren Leben ich in den letzten Tagen ziemlich viel teilhatte. Die neuen sind dann auch gestern angekommen und wirken erstmal so, als koennte man auch Spass mit ihnen haben.
Als wir sie abholten legte ich mcih aufgrund einstuendiger Verspaetung dihres Fluges und Verkatertseiens nochmal in einen leeren Bus vor dem Flughafengebauede schlafen. Der Busfahrer vergass allerdings, mich zu wecken und irgendwie habe ich dadurch die Ankunft etwas verpasst.
In den letzten Tagen war ich nciht so viel im Projekt, aber einige Kinder habe ich - und sie mich - jetzt schon ins Herz geschlossen. Kinder sind intuitiv dankbar fuer jede kleinste Aufmerksamkeit, die man ihnen schenkt.
Und ob meines gebrochenen Spanisches, begnuegen sie sich damit, wenn ich sie anlaechel und mit "si claro" antworte und ab und zu mit ihenen spiele. Mit Erwachsenen verhaelt es sich leider nicht so. Nicht immer.
Bei dem Puppentheaterkurs lassen sich lustigrweise schon in dem jungen Alter verschiedene Denk- und Ausdrucksweisen sowie Abweichungen im Grad der Kreativitaet der Kinder feststellen und laesst in einigen Faellen auch schon auf die spaetere Entwicklung schliessen. Man sieht auch deutlich welche Kinder mit viel Fernsehen um sich herum aufwachsen und die Fantasievorstellungen von sich als Prinzessin (ueberwiegend Maedchen) oder als Superheld(...) haben und welche doch noch einen etwas ausgepraegtere und interessantere Fantasie haben.
Besonder auffallend ist ein energiereiches Maedchen names Diana, die seitdem ich Loewe mit ihr gespielt habe, Jede Minute ca 5 mal Leon ruft und ca 5 mal um mich rumspringt und auch ihr Charakter ist ein blutruenstiger Loewe, an dem ich irgendwie mehr arbeite als sie, da sie immer um mich rumspringt.
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