Wie irgendwie jeden morgen sitzte ich wieder im holpernden Bus und meine so oder so nicht allzu leserliche Schrift mutiert zu unfoermigen Wellenlinien. Wie irgendwie jeden Morgen bin ich etwas zu spaet aufgestanden, aber jetzt auf dem Weg zur Migration, meiner Heimat in den letzten zwei Tagen. Gleich soll eigentlich mein letzter Termin stattfinden, so dass ich mein Visum bekomme. Allerdings wurde dieser auch schon vor zwei Tagen angesetzt, aber aufgrund diverer fehleintragungen der bolivianischen Behoerden (da Goertz ja nicht spanisch ist, war ich ploetzlich Cortez) und der Umstationierung einer Registrierungsstation, so dass man 5 Stunden anstehtauch wenn man eine Stunde vor Oeffnungszeit da ist sowie der Fakt, dass die Polizisten hier lieber die deutschen Maedchen nach ihrer Nummer fragen, anstatt ihren job zu machen, haben die Ausgabe verzoegert und mir die letzten Tage nicht wirklich versuesst. Haetten wir keinen Transmittator angeheuert, der Beziehungen hat und auch Schmiergelder fliessen laesst, waere ich mein Jahr wohl illegal in Bolivien verbracht.
Wie auch immer, die alten Freiwilligen sind jetzt weg, eine verplante Truppe, mit der man viel Spass haben konnte und an deren Leben ich in den letzten Tagen ziemlich viel teilhatte. Die neuen sind dann auch gestern angekommen und wirken erstmal so, als koennte man auch Spass mit ihnen haben.
Als wir sie abholten legte ich mcih aufgrund einstuendiger Verspaetung dihres Fluges und Verkatertseiens nochmal in einen leeren Bus vor dem Flughafengebauede schlafen. Der Busfahrer vergass allerdings, mich zu wecken und irgendwie habe ich dadurch die Ankunft etwas verpasst.
In den letzten Tagen war ich nciht so viel im Projekt, aber einige Kinder habe ich - und sie mich - jetzt schon ins Herz geschlossen. Kinder sind intuitiv dankbar fuer jede kleinste Aufmerksamkeit, die man ihnen schenkt.
Und ob meines gebrochenen Spanisches, begnuegen sie sich damit, wenn ich sie anlaechel und mit "si claro" antworte und ab und zu mit ihenen spiele. Mit Erwachsenen verhaelt es sich leider nicht so. Nicht immer.
Bei dem Puppentheaterkurs lassen sich lustigrweise schon in dem jungen Alter verschiedene Denk- und Ausdrucksweisen sowie Abweichungen im Grad der Kreativitaet der Kinder feststellen und laesst in einigen Faellen auch schon auf die spaetere Entwicklung schliessen. Man sieht auch deutlich welche Kinder mit viel Fernsehen um sich herum aufwachsen und die Fantasievorstellungen von sich als Prinzessin (ueberwiegend Maedchen) oder als Superheld(...) haben und welche doch noch einen etwas ausgepraegtere und interessantere Fantasie haben.
Besonder auffallend ist ein energiereiches Maedchen names Diana, die seitdem ich Loewe mit ihr gespielt habe, Jede Minute ca 5 mal Leon ruft und ca 5 mal um mich rumspringt und auch ihr Charakter ist ein blutruenstiger Loewe, an dem ich irgendwie mehr arbeite als sie, da sie immer um mich rumspringt.
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