Neben dem Gekko, den ich mittlerweile
Zimmergenosse nennen darf, habe ich heute morgen auch eine Ameisenstrasse
entdeckt, die durch mein Zimmer fuehrt.
Mein Wilkommensessen am Sonntag endete
mit einem um halb 6 nachmittags ins Bett gehendem Leon und wenig Erinnerungen.
Ich habe nun saemtliche Teile eines Schafes probiert, weiss allerding nicht
mehr genau, welcher Teil wie schmeckte.
Die letzten Tage habe ich viel mit
Veronika und Marvin im Projekt verbracht und gezeichnet, wir haben noch keine
richtige Aufgabe und sollen uns erstmal eingewoehnen. Durch die Kontakte zum
Projekt haben sich uns diverse Leute unterschiedlicher Nationalitaeten
vorgestellt, die allesamt interessanten kuenstlerischen Taetigkeiten von
jonglieren(mit Messern) bis Taetowieren oder auf dem Trapez herumtollen reichen
und eine freie Lebenseinstellung haben. Arterias Urbanas scheint auch eine
Anlaufstelle fuer reisende Kunstinteressierte zu sein und es handelt sich um
einen kuenstlerischen Austauschpunkt. Ich habe ein gutes Gefuehl was das Jahr
angeht.
Irgendwie scheint Zeit hier eine
untergeordnete Rolle zu spielen. Es wird nciht viel darueber geredet (oder ich
versteh es nicht) und macht das Leben langsamer, in meinen Augen angenehmer.
Die Leute hier hadern nicht viel und scheinen sorgloser, wobei sie nach
deutscher Ansicht wesentlich mehr Sorgen haben sollten. Vielleicht macht es die
viele Sonne.
Nachdem ich mir den Schluessel fuer das
Haus meines Onkels abgeholt habe, der fuer einen Monat nach Deutschland reist
und dessen Huehner ich fuettern soll (es gibt 19 kleine Kueklein heute frisch
geschluepft) wussten Marivn und ich zu
einem Zeitpunkt nicht wo wir waren, wie wir weiterfahren oder wohin wir ueberhaupt gehen sollten. Aber
hier ist sowas egal und ein unglaublich angenehmes Gefuehl. In Deutschland
hatte ich haeufiger den Drang, Sachen tun zu muessen oder produktiv zu sein.
Dies wird hier durch auessere Einfluesse unterdrueckt und fuehr dazu, dass man
sich Ganz auf das, was mach macht einlasen kann ohne mit den Gedanken woanders
zu sein. Ob es die Kunst ist, das Essenmachen oder ieinfach nur Laufen.
Wir
haben im Restaurant 4 Deutsche Freiwillige kennengelernt, sie waren dort um zu bloggen. Sie sassen alle
4 voneinander abgewandt an ihren Laptops und ich denke wieder darueber nach,
doch keinen Blogg hochzuladen, irgendwie war das typisch deutsch-anonym. Eine
von ihnen werde ich in ihrer Tierauffangstation besuchen und Che Ling (so
heisst der Kater) impfen lassen, gegen Wuermer, da ich mich nicht infizieren
will. Che Ling wartet jeden morgen auf sein Katzenfutter, das ich fuer ihn gekauft
habe.
Der Input ist noch immer ueberfordernd, Spanisch
sprechen laeuft immer noch nicht so gut, der Wortschatz erweitert sich aber
stetig.
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